ENERGIEFRESSER: STROMVERBRAUCH IN HFC-, DSL- und FTTH-NETZEN

 

Inhalte der aktuellen Ausgabe

Vielleicht ergeht es Ihnen auch so: Sie haben sich zwar die Corona-Warn-App heruntergeladen, vergessen aber, sie vor dem Einkauf im Supermarkt einzuschalten, da Sie Bluetooth nicht permanent aktiviert haben, um den Akku zu schonen. So nützt die Warn-App natürlich herzlich wenig, aber Ihr Bewusstsein für den Stromverbrauch Ihres Smartphones ist vorbildlich – und leider nicht die Regel, denn laut einer Umfrage des Energiekonzerns E.ON interessiert sich die Mehrheit der Verbraucher nicht für den Energiehunger ihrer elektronischen Geräte (was E.ON letztendlich zugutekommen dürfte).

Leider war bislang auch das Interesse der Politik am Energieverbrauch der Telekommunikationsnetze eher gering. Untersuchungen dazu sowie Handlungsempfehlungen sind bereits mehrere Jahre alt, doch der Breitbandausbau geht über alles, weshalb bislang die Frage unbeantwortet blieb, wie viel Energie mit DOCSIS aufgerüstete Kabelnetze, die aktive Vectoring-Technik (und deren Kühlung) im Schaltkasten oder Glasfasernetze benötigen. Die Digitalisierung mag dabei helfen, Energie effizienter zu nutzen, aber wenn sie selbst zum Energiefresser wird, beißt sich der Hund in seinen eigenen Schwanz.

Langsam erwacht das politische Berlin aus diesem Dornröschenschlaf. Dagegen machen sich Netzbetreiber schon immer Gedanken darum, den Energieverbrauch zu reduzieren, denn der verursacht Kosten. So erklärt Matthias Künsken, CEO der SELOCA GmbH, wie Netzbetreiber durch das Refurbishment von Teilnehmerendgeräten Kosten sparen können – schon bei kleinen Mengen. Allerdings hat auch das nachhaltige Handeln der Netzbetreiber Grenzen, wie wir in dieser Ausgabe beschreiben.

Während also der Energieverbrauch von Telekommunikationsnetzen relativ neu auf der politischen Agenda ist, wird bei einem anderen, etwas älterem Thema ein neues und vielleicht das finale Kapitel aufgeschlagen: Es geht um Einspeiseentgelte. Konkret muss sich das Oberlandesgericht Düsseldorf auf Geheiß des Bundesgerichtshofs noch einmal mit NetCologne beschäftigen. Die Kölner streiten sich mit dem ZDF um die Zahlung einer Einspeisevergütung. Die Chancen für NetCologne stehen nicht schlecht, wie unser Rechtsexperte Ramón Glaßl in seinem Beitrag darlegt.

Veranstaltungshinweise und Kurzmeldungen runden die Ausgabe ab. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.

Heinz-Peter Labonte, Herausgeber
Marc Hankmann, Redaktionsleiter
Dr. Jörn Krieger, Redakteur


aktuelle Ausgabe anzeigen

 

Unser Infodienst für Sie

MediaLABcom informiert Sie einmal pro Monat über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Kabel-TV, Breitbandnetze, Medienpolitik und Regulierung. Schwerpunkt sind die Geschichten hinter den Geschichten: Sie erfahren bei uns nicht nur, was passiert, sondern auch warum. Dabei betrachten wir insbesondere die Marktposition, Herausforderungen und Perspektiven des Mittelstands. Gleichzeitig wollen wir der Medienbranche mit provokanten Denkanstößen neue Impulse geben.

 
 

Wollen Sie Leser werden?

Hier können Sie sich für unseren Infodienst anmelden:

Der Infodienst MediaLABcom erscheint am letzten Donnerstag jedes Monats und wird kostenfrei per E-Mail verschickt.